Stationen der Reise

Manhattan Connection - Projekt unterstützen

fb  twitter

Delaware-Delegation auf Tour!
Die spannende Begegnungs-Reise der Delaware-Indianer aus Kanada und Herrnhuter Missionare ging vom 14.-27. November 2015.

Nach und nach werden Fotos und Berichte folgen. Susanne beginnt auch mit der Sichtung des Filmmaterials.

Hier schon ein visueller Eindruck von der ersten Station der Reise:

Suchdol nad Odrou
Chrastava
Herrnhut
Es folgt: Derenburg, Bad Boll, Stuttgart, Frankfurt

Artikel/Newspaper-Articles hier

Tour-Stationen und Projektbeschreibung bitte runterscrollen

____________________________________________________

 

Es geht los!
Am 14.11.2015 beginnt die Reise der Delaware in Frankfurt! 

Veranstaltungen in Herrnhut, Suchdol, Derenburg, Stuttgart, Bad Boll, Frankfurt, Bern

Wer das Projekt noch unterstützen möchte – jede SPENDE ist willkommen! Spendenbescheinigungen sind erhältlich. Vielen Dank!

PROJEKTBESCHREIBUNG und TRAILER: bitte runterscrollen

PROGRAMM:

Frankfurt, Ankunft der Delaware 13.11.2015. Am 14.11. geht es los.

Suchdol 16.11.2015:

  • Dann geht es in die Tschechische Republik: in Moravia (Mähren) liegen die Wurzeln der Herrnhuter Brüderunität: die böhmischen (auch: mährischen) Brüder.

Herrnhut 18.11., 18 Uhr, Kirchensaal

  • Lithurgische Andacht zum Büß- und Bettag

Herrnhut 20.11., 18 Uhr, “Alte Rolle”

  • Gemeindeabendessen, im Anschluss:

Herrnhut 20.11., 19 Uhr, Kirchensaal

  • Gemeindebegegnung: Begrüßung der Gäste, die Delaware stellen sich vor

Herrnhut 21.11., 19 Uhr

  • Herrnhuter Liedgottesdienst – dreisprachig Deutsch-Englisch-Lenape. Verabschiedung der Delaware

Programm und Organisation:
Herrnhuter Missionshilfe
http://www.herrnhut.de
Herrnhuter Brüdergemeine

Radebeul:

  • Im Karl-May-Museum in einer der angesehensten Nordamerika-Sammlungen wollen die Delaware heilige Gegenstände besichtigen, die von ihren Vorfahren in Zeremonien verwendet wurden.

Karl-May-Museum
Karl-May-Straße 5
01445 Radebeul bei Dresden
+49 (0) 351 8 37 30 – 10

Derenburg 22.11.2015, 14 Uhr:

  • Delaware Indianer kommen am 22.11. nach Derenburg!

Sie lebten einst auf Manhattan Island, heute New York. Mit Delfter Glasperlen – welche man im Derenburger Museum sehen kann – “kauften” Holländer ihr Land und bauten Neu Amsterdam. Über Generationen überlebten sie Flucht und Vertreibung als Schutzbefohlene der deutschen Herrnhuter Mission und leben heute in Kanada: Moraviantown / Ontario. Die heutige Delaware Nation – auch Lenape genannt -bemüht sich um Wiederbelebung von Kultur, Sprache und Tradition zur Stärkung der eigenen Identität.
Auf den Spuren ihrer Vergangenheit besuchen 4 Delawaren  mit einem TV-Team Deutschland. Da sie ein Stammesmuseum planen wird Thomas Merbt, der Derenburger Museumsleiter, Häuptling Greg Peters für seinen Stamm einige wertvolle Exponate überlassen.  Im August 1963 hatte Thomas Merbt in New York bei seiner ersten Amerika-Reise beschlossen “irgendetwas zur Erinnerung an die Manahatta-Indianer zu unternehmen” – insofern wird das Treffen am 22. November im Indianermuseum Derenburg etwas Besonderes werden.
Ab 14 Uhr können Sie live dabei sein: Es gibt Gesänge mit  Trommelmusik,  Vorträge in Deutsch und Englisch, einen Film aus dem Reservat!

Indianermuseum
Bleichstraße 2 /Ecke Kornstraße
38895 Derenburg bei Blankenburg/Harz
T. 49+176-82 66 39 64

Bad Boll 23.11.2015, 19.30 Uhr:

  • Ev.Akademie/Bad Boll: Diskussion

Indianergeschichte im Gespräch – eine Begegnung mit den Delaware
Schon immer haben die Indianer in Deutschland Menschen inspiriert – unsere Bilder sind beeinflusst von Karl May und Lederstrumpf. Aber wer hat eine Ahnung von der wirklichen Geschichte der indigenen Bevölkerung Amerikas? Ein spannendes Kapitel der Begegnungsgeschichte zwischen Europäern und Delawaren spielte sich im 18. Jahrhundert ab, als Herrnhuter Missionare unter den Delawaren arbeiteten und lebten. Viele Jahre nach dem Ende dieser Mission kommt nun eine Delegation vom Volk der Delawaren aus Kanada nach Deutschland, um sich mit diesem Kapitel seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, auf der Suche nach ihrer Bedeutung für die eigene Identität heute. Am Montag, 23. November, wird die Delegation nach Bad Boll kommen, um den Dialog mit den Deutschen und den Herrnhutern zu suchen. Unterschiedliche Sichtweisen und Zugänge zur Bedeutung von Mission und ihrer Geschichte kommen zur Sprache. Wir laden ein zu einer öffentlichen Begegnung und einem Gespräch mit den Delawaren.

Am Podium werden außer Chief Greg Peters und weiteren Vertretern der Delawaren teilnehmen: Pfr. i. R. Hans-Beat Motel, Königsfeld (Herrnhuter Brüdergemeine); Pfr. i.R. Bernhard Dinkelaker, Stuttgart (ehemals Generalsekretär der EMS). Die Leitung hat Pfr. Reichel, Bad Boll. Eine gemeinsame Veranstaltung der Herrnhuter Brüdergemeine und der Ev. Akademie Bad Boll.

Festsaal des Kurhauses
Am Kurpark 1
Bad Boll

Stuttgart 24.11.2015, 19.30 Uhr:

Die Delaware zwischen kolonialem Erbe und Aufbruch. Identität in multikulturellen Gesellschaften

Gespräch auf Englisch moderiert von Dr. Martin Kilgus
Das Leben der Delaware aus Moraviantown in Ontario ist bis heute stark durch das schwierige Erbe der Kolonialzeit geprägt. Ursprünglich im heutigen Manhattan ansässig, überlebten sie Flucht und Vertreibung als Schutzbefohlene der deutschen Herrnhuter Mission. Heute bemüht sich die Gemeinschaft um eine Wiederbelebung von Kultur, Sprache und traditionellen Werten zur Stärkung der eigenen Identität. Welche Bedeutung hat Identität, wenn Menschen verschiedener Kulturen miteinander leben? Wieviel Tradition muss eine Gruppe aufgeben, wenn sie bestehen will? Wie können in Einwanderungsgesellschaften einerseits Integration, andererseits kulturelle Vielfalt ermöglicht werden? Was kann aus der Erfahrung der Delaware für das Zusammenleben in immer bunteren Gesellschaften gelernt werden?
Gesprächspartner sind Chief Peters, Derekica Snake und Pfarrer Werner Schneider-Quindeau.
– Mit der Heinrich Böll Stiftung – Eintritt frei.

Weltraum ifa, Charlottenplatz 17
Institut für Auslandsbeziehungen und ifa-Galerie Stuttgart
Tel. +49.711.2225.0
Fax +49.711.2264346
Das Institut für Auslandsbeziehungen und die ifa-Galerie Stuttgart befinden sich im Herzen der Stuttgarter Innenstadt am Charlottenplatz. In direkter Nachbarschaft liegen das Neue Schloss und das Landesmuseum Württemberg.
Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln:
Vom Hauptbahnhof nehmen Sie die Linien U5, U6, U7 oder U15 bis zur Haltestelle Charlottenplatz und begeben sich zum Ausgang Holzstraße oder Planie. Die Eingänge zum Institut (Eingang 5) und zur ifa-Bibliothek (Eingang 3) befinden sich im Innenhof. Zur ifa-Galerie gelangen Sie durch den Eingang an der Straßenseite des Charlottenplatzes.

Stuttgart 25.11.2015, 19.30

  • Linden-Museum: Kulturpräsentation der Delaware

Spurensuche – Kultur und Geschichte der Delaware-Indianer

Im Stuttgarter Lindenmuseum präsentieren die Delaware ihre Geschichte und Kultur mit Berichten, Geschichten, Mythen.
Eine Delegation von Delaware-Indianern (Lenape) gibt Einblick in deutsch-indianische Beziehungen, die heute Fragen zur kulturellen Zukunft der jungen Generation aufwerfen.
Dr. Siegrun Kaiser, die als Ethnologin die Spurensuche der Lenape unterstützt, begleitet die Gruppe.
Die Delaware, die sich selbst Lenape nennen, waren die ursprünglichen Bewohner von Manhattan. Als die Kolonisierung sie zwang, ihre Heimat zu verlassen, suchten einige Schutz bei Herrnhuter Missionaren in Kanada. In den Dörfern dieser deutschen Missionare lernten sie den christlichen Glauben kennen, gingen zur Schule, lernten Instrumente zu spielen und Ackerbau zu betreiben. Welche Spuren hat die deutsche Kultur im Leben der Lenape hinterlassen, die über viele Generationen mit den Missionarsfamilien zusammenlebten? Heute sind sie bestrebt, ihre indigene Kultur und Sprache wiederzubeleben und lüften dazu den Schleier der Geschichte.

Linden-Museum Stuttgart
Staatliches Museum für Völkerkunde
Hegelplatz 1
70174 Stuttgart
T +49 [0]711.2022-3
F +49 [0]711.2022-590
mail@lindenmuseum.de

Frankfurt, 27.11.2015, 17.30 Uhr:

  • Johann Wolfgang von Goethe-Universität: Diskussion

Die Delaware werden in der Goethe-Universität an einer Podiumsdiskussion teilnehmen. Gesprächspartner sind Professor Dr. Marin Trenk (Professor am Institut für Ethnologie, Goethe-Universität Frankfurt), Pfarrer Werner Schneider-Quindeau (Stadtpfarrer Frankfurt bis 12/2014), Ethnohistorikerin Dr. Siegrun Kaiser, Pfarrer Erdmann Becker (Herrnhuter Mission) und Professor Dr. Herrmann Wellenreuther (emeritierter Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an der Philosophischen Fakultät der Universität Göttingen)

Goethe-Universität
IG-Farbenhaus, Raum 411.
Foyer rechts Treppe hoch, dann steht man vor dem Raum.
Im Eingangsbereich befindet sich aber auch Pförtner.
https://www.uni-frankfurt.de/38090278/lageplane
Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Vom Hauptbahnhof mit der S-Bahn, Linien S 1 – 9 bis „Hauptwache“, dann mit der U-Bahn, Linien U 1 – 3 oder 8 bis „Holzhausenstraße“ oder „Miquel-/Adickesallee“ dann ca. 10 Min. Fußweg oder mit der S-Bahn, Linien S 1 – 9 bis „Konstabler Wache“ dann mit dem Bus, Linie 36 (Richtung Westbahnhof) bis „Uni Campus Westend“.

Bern, Verein Haus der Religionen – Dialog der Kulturen, 28.11.2015

  • Mit einer Begegnung der Kulturen und Religionen findet hier der Abschluss der Reise statt.

Verein Haus der Religionen
Europaplatz
3008 Bern
T.  031 380 51 00 (9-12 Uhr)

Advertisements

Radio Corax Vorankündigung für Juli: Ein Gemälde von dem Lenape Black Beaver im Karl-May-Museum

*Mitakuye Oyasin – wir sind mit allem verwandt am 7. Juli 2015 ab 19 Uhr* auf *www.radiocorax.de http://www.radiocorax.de

Link zum Livestream: http://959.radiocorax.de/?option=com_content&view=article&id=159
[http://959.radiocorax.de/?option=com_content&view=article&id=159]

Die Themen:

Das Filmprojekt “Manhattan Connection” von Sherry Huff (Lenape/Delaware-Journalistin) und Susanne Horizon Fränzel hat uns zum Karl-May-Museum Radebeul geführt. Dort wird die Herkunft eines Bildes geklärt, das von einem Lenape/Delaware namens Black Beaver gemalt worden sein soll.

Ayahuasca – Traditionelle Medizin der Indigenen des Amazonas Heiner Dörfler studierte Medizin an der Universität Halle (Saale) und widmet sich seit mehreren Jahren der Ethnomedizin. Vor allem hat er sich mit Ayahuasca beschäftigt; einem Heilmittel der Schamaninnen und Schamanen des Amazonas, das u.a. in Gruppenritualen angewendet wird und das für viele verschiedene Krankheiten eine grosse Hilfe sein kann. Heiner Dörfler klärt uns nicht nur äußerst anschaulich über dieses spezielle Heilmittel auf, er spricht mit uns auch über die Indigenen selbst und ihrer ganz besonderen Art, zu heilen. .

Theologe Horst Schinzel auf dem Kirchentag in Stuttgart

Der Ev. Theologe Horst Schinzel recherchiert seit fast 20 Jahren die Spuren der mährischen Exulanten, die als Herrnhuter Missionare/Moravian Church bekannt geworden sind. (Seine Ausstellungen, s.u.)

Susanne Horizon Fränzel traf ihn auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart und sprach mit ihm über das Projekt “Manhattan Connection”.

Manhattan Connection - Horst Schinzel auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart

Horst Schinzel auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart

Manhattan Connection - Horst Schinzel auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart

Internationale Gäste auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart

Manhattan Connection - Susanne Horizon Fränzel traf Theologe Horst Schinzel auf dem deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart

Manhattan Connection – Susanne Horizon Fränzel traf Theologe Horst Schinzel auf dem deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart

Ausstellungen:

  • David Zeisberger und sein Traum von den Mährischen Indianern (auf eigene Faust reist der Jugendliche David Zeisberger seinen Eltern nach Amerika nach. In mehr als 60 Jahren Leben mit den Delaware wird er der „Apostel der Indianer“)
  • Nelson Mandela & Moravian Church (vor 275 Jahren kommt Georg Schmidt, der erste Herrnhuter ans Kap. Auf Robben Island führen die Herrnhuter eine Leprastation. Dann wird die Insel Staatsgefängnis. Der berühmteste Häftling, Nelson Mandela, besucht 1995 die Herrnhuter Missionsstation Genadendal und benennt nach ihr seinen Regierungssitz)
  • 2015 neu: Hus, Tschoop & Zeisberger: 275 years mission to the Delawares, myth & tragedies

Radio Corax: Interview mit der Journalistin Sherry Huff Dienstag, 2.6.2015 um 19 Uhr

Die Redakteurin Manuela Sänger von Radio Corax lädt ein zur Radiosendung Mitakuye Oyasin – wir sind mit allem verwandt:

“Wir beschäftigen uns zum zweiten Mal mit dem Projekt “Manhattan Connection”.
Der Dokumentarfilm möchte die Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte der Lenape (Delaware) und der Brüdergemeinschaft der Herrnhuter aus der Oberlausitz begleiten. 160 Jahre gemeinsames Leben in Moraviantown (Kanada) haben tiefe Spuren hinterlassen. Eine Delegation der Lenape wird sich in Herrnhut, in Radebeul u.a. Orten Deutschlands auf Spuren ihrer Ahnen begeben und viele Fragen stellen z.B. zur Herkunft der Missionare, dem Grund ihres Auftrages etc.

Wir sprechen mit Lenape-Journalistin Sherry Huff über das heutige Leben in Moraviantown und was sie sich selbst von “Manhattan Connection” erhofft.  Radio Borax, Dienstag, 2.6.2015, 19 Uhr

Außerdem ein Hinweis auf die Tournee von Mitch Walking Elk und Wade Fernandez durch Deutschland.”

Link zum Nachhören: https://www.freie-radios.net/70899

Radio Corax
Die Einladung auf facebook

Frau Dr. Schierle und Frau Narr über die geplanten Veranstaltungen in Stuttgart

Frau Dr. Sonja Schierle, Kuratorin für die Nordamerika-Sammlung des Linden-Museums Stuttgart (Staatliches Museum für Völkerkunde) und Leiterin der Museumspädagogik, und Frau Henrike Narr, Politikwissenschaftlerin und Bildungsreferentin bei der Heinrich-Böll-Stiftung Baden Württemberg, sprachen über die geplanten Veranstaltungen mit den Delaware im November 2015.

Die Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg wird in Zusammenarbeit mit dem D.A.Z. (Deutsch-Amerikanische Zentrum/James-F.-Byrnes-Institut e.V.) eine Diskussionsrunde veranstalten, bei der Chief Peters und seine Delegation mit Fachleuten über Identität und das Zusammenleben von Kulturen in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Pluralisierung sprechen. Wieviel Tradition muss eine Gruppe aufgeben, wenn sie bestehen will?

Im Linden-Museum wird eine Kulturveranstaltung unter der Moderation von Dr. Sonja Schierle stattfinden: Die Delaware-Delegation stellt die Kultur, Geschichte und Sprache ihrer Gemeinschaft vor.

Manhattan Connection - Dr. Sonja Schierle vom Linden Museum Stuttgart und Henriche Narr von der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg im Gespräch über Veranstaltungen mit den Delaware

Manhattan Connection – Dr. Sonja Schierle vom Linden Museum Stuttgart und Henrike Narr von der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg im Gespräch über Veranstaltungen mit den Delaware

Manhattan Connection - Dr. Sonja Schierle vom Linden Museum Stuttgart und Henriche Narr von der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg im Gespräch über Veranstaltungen mit den Delaware

Manhattan Connection – Dr. Sonja Schierle vom Linden Museum Stuttgart und Henriche Narr von der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg im Gespräch über Veranstaltungen mit den Delaware

Colloquium Americanum: Manhattan Connection an der Goethe-Universität Frankfurt

Die Regisseurin Susanne Horizon Fränzel und die Ethnologin Dr. Siegrun Kaiser stellten das Filmprojekt “Manhattan Connection” im Rahmen des Colloquium Americanum vor, das regelmäßig am Institut für Ethnologie abgehalten wird.

Der leitende Prof. Dr. Trenk zeigte sich an der Begegnung zwischen der Delaware Nation aus Moraviantown, Kanada und der Herrnhuter Brüdergemeine sehr interessiert, und ist gespannt auf diese erstmalige Begegnung von Nachfahren einer indigenen Missionarsgemeinde während der Kolonialzeit mit der heutigen Kirchenzentrale. Die Schriften der Missionare sind am Frankfurter Institut für Ethnologie bekannt und werden als eine wichtige Quelle in der ethnohistorischen Aufarbeitung der Stämme der Waldlandregion und des Süd-Ostens angesehen.

“Manhattan Connection” at Colloquium Americanum – Goethe-Unviersity Frankfurt – Dr. Siegrun Kaiser – Prof.Dr. Marin Trenk

“Manhattan Connection” at Colloquium Americanum – Goethe-Unviersity Frankfurt – Institute for Ethnology – Prof.Dr. Marin Trenk and students

“Manhattan Connection” at Colloquium Americanum – Goethe-Unviersity Frankfurt – Dr. Siegrun Kaiser – Prof.Dr. Marin Trenk – Susanne Horizon Fränzel

Manhattan Connection at Colloquium Americanum - Goethe University Frankfurt - Dr.Siegrun Kaiser and Werner Schneider-Quindeau

Manhattan Connection at Colloquium Americanum – Goethe University Frankfurt – Dr.Siegrun Kaiser and Werner Schneider-Quindeau

Vinzenz Leppert, M.A., Ethnologe

Vinzenz Leppert, M.A., Ethnologe

“Manhattan Connection” at Colloquium Americanum – Goethe-Unviersity Frankfurt – Dr. Siegrun Kaiser – Prof.Dr. Marin Trenk – Susanne Horizon Fränzel

Radio Corax: Interview mit Susanne Horizon Fränzel über das Projekt

Radio Corax: Ab Mai monatliche Berichte über das Projekt in der Sendung “Mitakuye Oyasin”

Vorschau:

  • Am 2. Juni 2015 spricht Mara Stern mit der Ethnohistorikerin Dr. Siegrun Kaiser
  • Am 7. Juli 2015: Mara Stern im Interview mit der Journalistin Sherry Huff (Lenape)

“Mitakuye Oyasin” ist ein Lakota-Sioux-Gebet, das auch andere Stämme verbindend verstehen.
Es steht u.a. dafür, dass wir alles als Einheit betrachten. Das heißt, uns sind alle Formen des Lebens gleichwertig wichtig: andere Menschen, Tiere, Vögel, Insekten, Bäume und Pflanzen, und sogar Felsen, Flüsse, Berge und Täler.
Wir erzählen also Geschichten aus alten Zeiten und bringen traditionelles zu Gehör; vorwiegend aus Nordamerika, aber auch die Mapuche oder Samen kommen hier zu Wort.
Ausserdem sieht sich das Magazin als aufklärendes und vernetzendes Programm. Wir begleiten Indigene bei politischen Kämpfen um Land und Menschenrechte. Wir spüren nach, welche Möglichkeiten sie anhand der Medienvielfalt Film, Musik, Literatur sowie mit der Kunst nutzen können, um ihr traditionelles Leben zu erhalten und es mit dem 21. Jahrhundert zu verbinden.
Sendetermin: Jeden 1. Dienstag im Monat ab 19.00 Uhr.

“Geschichte ist heute!”

Dr. Sonja Schierle - Geschichte ist heute

Dr. Sonja Schierle – Geschichte ist heute

“Geschichte ist heute!” stellt Dr. Sonja Schierle fest, Kuratorin der Nordamerika-Sammlung und Leiterin der Museumspädagogik am Lindenmuseum Stuttgart. “Geschichte findet jetzt, in diesem Moment statt, und wir begreifen sie, wenn wir das Vergangene verstehen und eine Vision für das Künftige haben.”
“`Identität´ heisst”, fährt sie fort, “die Suche und die Frage nach dem `wer bin ich?´ Und das hängt zusammen mit `wo komm ich her?´ Also: `wie bin ich geprägt?´ Und natürlich auch, `wo will ich hin?´
Die Verbindung von `wo komm ich her?´ und `wo will ich hin?´ Dies ist die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart, die unsere Zukunft bestimmt.
Das ist auch für die Delaware die Frage, denke ich, wenn sie diese Reise machen wollen: `Wo will ich hin als Individuum?´, aber auch, `was macht uns als Gruppe aus? Wo wollen wir hin als Gruppe?´”

 

City-Pfarrer Werner Schneider-Quindeau im Interview

City-Pfarrer Werner Schneider-Quindeau - Photo Frank Heinig - Sultana Films/Susanne Horizon Fränzel

City-Pfarrer Werner Schneider-Quindeau – Photo Frank Heinig

Werner Schneider-Quindeau, Pfarrer für gesellschaftliche Verantwortung in Frankfurt und Pfarrer für City-Kirchen-Arbeit an der St. Katharinenkirche:

“Als der `Indianermissionar´ David Zeisberger auf die Delaware traf, lernte er zunächst die Sprache. Viele haben das gar nicht gemacht, das waren einfach Überwältigungs- und Vergewaltigungsstrategien. Das wollte der nicht, der hat die Sprache versucht zu lernen. Ihre Dialekte. Das bedeutet: ich will was von denen.
Wenn ich nach Manhattan geh, und sag´, ich red´ nur Deutsch, dann komm ich auch nicht sehr weit. Wenn Zeisberger predigen wollte, musste er die Sprache der Delaware sprechen. Das muss ich da unten (Frankfurter Zeil) genauso, ich muss die Sprache der Stadt sprechen, sonst verstehen mich die Leute nicht. Und mit Sprache meine ich nicht nur syntaktisch, sondern semantisch: ich muss die  Bedeutung kennen!
Als die Herrnhuter und die Delaware aufeinandergestoßen sind, haben die da etwas mitgenommen? Das will ich erkunden, das weiß ich nicht. Das interessiert mich!”

“Cross culture ist mir ein großes Anliegen, deshalb habe ich so einen Job als Stadtkirchenpfarrer. Der ist ein Kommunikator. Das ist meine Hauptaufgabe. Nicht zu sagen, `ich weiß alles und ich kann alles´, sondern mit allen Menschen dieser Stadt (Frankfurt), die man sich vorstellen kann, so zusammen zu arbeiten, zu suchen, und zu fragen, dass wir angesichts wirklich drängender Probleme vielleicht immer mal einen Schritt weiterkommen.
Man hat früher von `melting pot´ gesprochen. Das Bild ist, glaube ich, falsch. `Cross Culture´ heißt, die Neuankömmlinge suchen zunächst mal Leute, Sprache, Kultur, Ethnie, Sitte, wo sie sich andocken können. Das ist klar, die Welt ist ihnen sonst viel zu fremd. Ich reduziere die Fremdheit, in dem ich erstmal zu denen gehe, die ich wenigstens einigermaßen kenne.
Nun sind aber die anderen auch da. So entstehen `neighbourhoods´. So auch in New York City. Man hat eine jüdische Nachbarschaft, eine irische, eine italienische. Die müssen jetzt wiederum zusammenleben in diesem big apple. Jetzt entstehen Kontakte, über ganz bestimmte Institutionen. Wie sieht cross culture in der Schule aus? Was heißt citizenship education? Das wissen die alle. Kann ja nicht jeder seine Spezialschule haben. Das geht nicht, dann würde man nur Gettos schaffen.”

Manhattan Connection - City-Pfarrer Werner Schneider-Quindeau - Sultana Films/Susanne Horizon Fränzel

Dr. Siegrun Kaiser – City-Pfarrer Werner Schneider-Quindeau

“Mein New York Projekt, da arbeite ich mit communities. Wenn sich nicht alle verändern, kann Gemeinschaft nicht gelingen. Und deshalb ist New York für mich nicht nur eine Stadt. Es ist auch eine Lebensform, die gibt’s sonst fast nirgends auf der Welt. Da gehören bestimmte Voraussetzungen dazu. In einer Einwandererstadt kann man keine ethnisch-kulturell religiösen Mehrheitsdefinition machen. Und dies spielt eine große Rolle für das, was sich dann auf der kommunalen Ebene, kirchlich, beim community organizing und neighbourhood development abspielt, was da passiert.
Ich kenne Gemeinden, Jamaica, Queens, da kommen die Menschen aus 25 Nationen der Erde. Wenn aber da einer anfängt zu sagen, ich schreibe euch jetzt vor, wie hier integriert wird, dann fliegt das Ding auseinander.
Aber die Welt glaubt immer noch daran, dass das so funktioniert! Definieren sich immer noch darüber. Davon muss man in New York Abschied nehmen.
Und deshalb ist New York eine Lebensform, und deshalb liebe ich diese Stadt. Da steckt ein utopisches Moment drin.”