Konstanz erinnert an Jan Hus

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Die Herrnhuter Missionare

Den Herrnhuter Missionaren verdanken wir die ersten detaillierten Beschreibungen über die Lebensweise und die Kultur der Lenapé. Die Missionare widmeten sich vor allem dem spirituellen Weltbild der Indianer, da ihr Ziel war, die Indianer zu missionieren. Dafür waren sie bereit, in die Kultur der Lenapé einzutauchen, ihre Sprache zu lernen und sich mit ihren Gebräuchen vertraut zu machen. Nordamerika war nur eines ihrer Missionsfelder. Es hatte jedoch für die Herrnhuter eine besondere Bedeutung, weil sie annahmen, dass die Indianer einer der verlorenen Stämme Israels seien. Sie vermuteten aufgrund des Glaubens der Indianer an einen Schöpfer einen rudimentären Gottesglauben bei ihnen, dem lediglich die Kenntnis von der Liebe Jesu fehlte. Damit unterschieden sie sich von anderen Missionaren, die sogar das Menschsein der indigenen Bevölkerung bezweifelten oder ihnen absprachen, eine Seele zu haben.

Innerhalb der Missionssiedlungen herrschten strenge Regeln, was Kleidung und Benehmen anging, unverheiratete Paare durften nicht zusammen sein und konvertierte Bewohner wurden von ihren Familienmitgliedern getrennt. Aber auch die Nähe der Weißen fürchteten die Herrnhuter, da die weißen Kolonialisten durch Alkohol und Gewalt ein schlechtes Vorbild gaben.
Die Missionare erlernten die indigenen Sprachen, erwarteten aber von den Missionsindianern auch, dass sie für sie arbeiteten.

Nach anfänglichen Missionsversuchen bei den Irokesen, die sich nicht als erfolgreich erwiesen, wandten sich die Herrnhuter in den 1740er Jahren den Delaware zu. David Zeisberger war einer der Missionare dieser ersten Stunde. Sein Leben unter den Indianern brachte ihm den Namen „Apostel der Indianer“ ein. Er gehörte zu den Brüdern, die die Stadt Bethlehem im heutigen Pennsylvania als Zentrale der Mission gründeten. 1745 errichteten sie die Missionssiedlung Gnadenhütten, die allerdings von den Lenapé-Indianern während des French and Indian War zerstört wurde. Auf die Gründung der Missionssiedlung Friedenhüttens 1765 am Susquehanna folgten in den 1770er Jahren auf Einladung des Lenapé Häuptlings Netawatees die Gründung der drei Missionssiedlungen Gnadenhütten, Salem und Lichtenau am Muskingum.

Die Missionare bemühten sich, die Sprache und Lebensweise der Lenapé zu erlernen, und sie durch ihr Vorbild, und nicht durch Zwang zu überzeugen. Diese Herangehensweise war erfolgreich: teilweise lebten in den Missionssiedlungen bis zu hundert Indianer, von denen viele getauft wurden.
Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg beendete diese Phase. In allen politischen Konflikten bemühten sich die Missionare um strikte Neutralität. Allerdings erregte der Austausch David Zeisbergers mit dem amerikanischen Kommandanten von Fort Pitt das Misstrauen englischer Truppen im Westen, und die Missionssiedlungen gerieten zwischen die Fronten. Das Massaker von Gnadenhütten war die Folge.
Autorin: Sarah Rubal, M.A.

Das Massaker von Gnadenhütten

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Denkmal an das Massaker von Gnadenhütten in Ohio

Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges bemühten sich die Herrnhuter Missionare um strikte Neutralität, um sich und die bei ihnen lebenden Konvertiten zu schützen. Der Austausch des Missionars David Zeisbergers in der Missionssiedlung Gnadenhütten, Ohio,  mit dem amerikanischen Kommandanten von Fort Pitt erregte jedoch bald das Misstrauen englischer Truppen im Westen und die Missionssiedlungen gerieten zwischen die Fronten.

Die Briten verdächtigten die Missionare, amerikanische Spione zu sein. Sie nahmen sie mit Hilfe der mit ihnen verbündeten Wyandot gefangen und verschleppten sie im Winter 1781 an den oberen Sandusky. Der Hunger jedoch trieb einige der ehemaligen Konvertiten im März 1782 zurück in die verlassenen Siedlungen, weil sie hofften, dort etwas von der zurückgelassenen Ernte zu finden.

Amerikanische Truppen unter Colonel Williamson spürten sie auf und ermordeten 90 Männer, Frauen und Kinder auf brutale Weise. Zwei Kinder überlebten, eines skalpiert, und berichteten, die Soldaten hätten die Bewohner erst eingesperrt und dann in Zweiergruppen hinausgeführt, um sie mit einem Hammer zu erschlagen. Dieses Ereignis beeinflusste die Beziehung zwischen den Lenapé und den Herrnhutern. Man warf den Missionaren vor, die Missionsindianer an die Soldaten ausgeliefert zu haben.

Eine Gedenkstätte erinnert an das tragische Ereignis.

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