Reise und Filmprojekt

Manhattan Connection - Projekt unterstützen
MANHATTAN CONNECTION

Ein Projekt über eine lang vergessene Begegnung im Hier und Heute

Die Delaware aus Kanada und ihre besondere Beziehung zu Deutschland

Manhattan Connection

Manhattan Connection

Unser Filmprojekt “Manhattan Connection” geht der wechselvollen Geschichte zwischen der deutschen Herrnhuter Brüdergemeine und den Delaware Indianern aus den USA und Kanada nach. Wir begleiten eine Gruppe von Angehörigen des Delaware Stammes auf ihrer Reise nach Deutschland und Tschechien, wo sie der Vergangenheit zwischen ihren Vorfahren und den Herrnhuter Missionaren auf die Spur kommen. Bislang sind viele der mitunter tragischen Ereignisse dieser gemeinsamen Geschichte nie aufgearbeitet worden.

So finden sich im kanadischen Ontario in dem Reservat der Delaware Spuren deutscher Missions- und Kolonialgeschichte, während zugleich im Museum der Herrnhuter Brüdergemeinde in der deutschen Oberlausitz kulturelle Zeugnisse der Delaware aus mehreren Jahrhunderten auf ihre Entdeckung warten.

Unser Film dokumentiert Begegnungen zwischen zwei Kulturen, zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart und will Antworten geben auf Fragen, die noch nie zuvor gestellt wurden. Warum kamen die Herrnhuter nach Amerika? Wie erlebten auf der einen Seite die Delaware die Missionierung und auf der anderen Seite die Missionare? Welche Bedeutung hat die Missionsgeschichte für die Delaware und die Herrnhuter heute? Was blieb bislang unausgesprochen? Welche Spuren finden sich bis heute? Wie könnte eine gemeinsame Auseinandersetzung mit dieser Geschichte aussehen?

GESCHICHTE

In der Mitte des 18. Jahrhunderts brachen deutsche Missionare der Herrnhuter Brüdergemeine aus der Oberlausitz und der Wetterau nach Nordamerika auf, um dort unter der indigenen Bevölkerung zu missionieren. Bald konzentrierte sich ihre Mission auf die Delaware, die damals unter anderem entlang des Delaware Flusses in Pennsylvania lebten. Ursprünglich stammte dieser Stamm von der Ostküste in New Jersey, wo sie in weitverzweigten Gruppen lebten, die einen eher losen politischen Zusammenhang bildeten, doch unter dem wachsenden Druck der europäischen Siedler wichen sie immer weiter nach Westen aus. In den folgenden Jahren bauten die Herrnhuter Missionare zahlreiche Missionssiedlungen auf, in denen sie versuchten, die Delaware zum Christentum zu bekehren und sie an eine europäische Lebensweise mit Ackerbau und dauerhaften Siedlungen zu gewöhnen.

Viele Jahre erfuhren die Missionssiedlungen großen Zulauf – bis der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg alles veränderte. Die in den Missionssiedlungen lebenden Delaware gerieten zwischen die Fronten von Engländern und Amerikanern. Die Briten verdächtigten die Missionare und die bei ihnen lebenden Delaware bald, amerikanische Spione zu sein und nahmen sie mit Hilfe der mit ihnen verbündeten Wyandot gefangen und verschleppten sie im Winter 1781 an den oberen Sandusky. Der Hunger jedoch trieb einige der ehemaligen Konvertiten im März 1782 zurück in die verlassenen Siedlungen, weil sie hofften, dort etwas von der zurückgelassenen Ernte zu finden. Amerikanische Truppen unter Colonel Williamson spürten sie auf und ermordeten 90 Männer, Frauen und Kinder auf grausame Weise. Dieses Ereignis veränderte die Beziehungen zwischen den Lenapé und den Herrnhutern dauerhaft, man warf den Missionaren vor, die Missionsindianer an die Soldaten ausgeliefert zu haben.

Unter dem Schutz des „Indianermissionars“ David Zeisberger gelangten die Überlebenden ins heutige kanadische Ontario und gründeten 1792 Fairfield. 1813 wurde der Ort von amerikanischen Truppen niedergebrannt. Das Dorf und die Missionsstation wurden als „Moraviantown“ (Mährischer Ort) wiederaufgebaut. Das Reservat heißt bis heute so.

Heute leben in Moraviantown die Nachfahren jener Missionsindianer, die zusammen mit Herrnhuter Missionaren vor den Truppen flohen. Die Herrnhuter gaben die Missionsstation 1902 auf. Zurück blieben viele Hinterlassenschaften, von Werkzeugen über Bibeln und Kleidung, die in einem Museum in Moraviantown zu besichtigen sind. Die Delaware versuchen bereits seit vielen Jahren, ihre Traditionen zu rekonstruieren und für die Zukunft zu bewahren, denn der weiße Kolonialismus, von dem die Herrnhuter Missionare ein Teil waren, hat viel davon zerstört. Seit dem Weggang der Missionare gab es keinen Austausch mehr zwischen Missionaren und Delaware. Viele Fragen sind seit Generationen offen. “Manhattan Connection” begleitet die Spurensuche der Delaware.

WARUM “MANHATTAN CONNECTION”?

Auch die Insel Manhattan gehörte einst zum Siedlungsgebiet der Delaware. Bis heute erinnert ein Stein daran, wie die Delaware diese Insel an den niederländischen Kaufmann Peter Minuit verkauften. Unsere Reise beginnt mit dem deutschen Pfarrer Werner Schneider-Quindeau aus Frankfurt, der sich in New York auf die Suche nach der Geschichte ursprünglichen Bewohner Manhattans begibt. Er entdeckt, dass einige von ihnen als „mährische Indianer“ die Vertreibung überlebten. Schneider-Quindeau macht sich auf die Suche nach Nachfahren und trifft im kanadischen Waldland auf Chief Greg Peters, Nachfahr der Ureinwohner von Manhattan Island, und weitere Stammesmitglieder.
Auf einem Roadtrip nach Deutschland, Herrnhut in der Oberlausitz, bis nach Moravia in der tschechischen Republik entschleiern sie eine noch nie erzählte deutsch-indianische Geschichte  von Flucht, Vertreibung, Mission und kulturellen Auseinandersetzungen. Ein Film über eine lang vergessene Begegnung im Hier und Heute.

DIE REISENDEN

Chief Greg Peters - Moraviantown Ontario

Chief Greg Peters – Moraviantown Ontario

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Pfarrer Werner Schneider-Quindeau

Sherry Huff - Journalist - Photo Frank Heinig - Sultana Films

Sherry Huff – Journalist

Derekica Snake, Historian, Researcher

Derekica Snake, Historian, Researcher

Derekica Lynn Snake is a member of the Delaware Nation, Moravian of the Thames First Nation, No. 47. She is the middle child of Richard and Sandra Snake. Derekica had aspirations to write fiction and work in a library. She went to community college for a library technician but found out that she would rather be a research librarian. Once she graduated from college she went to the University of Western Ontario to get an Bachelors’ Degree in Social Science with a major in history.
Derekica moved to the work world after
graduating to find employment in various fields such as Native Literacy, Clean Water, Economic Development and
Communications with First Nation organizations, tribal councils and provincial and federal ministries. Derekica is now employed as a researcher for her home nation.
Along the way, Derekica continued with her writing efforts and is now a published author.

Kimberly Snake, Derekica Snake, Historian, Researcher

Kimberly Snake, Historian, Researcher

Kimberly Snake is a Lenape woman, Turkey Clan, who lives on the Delaware Nation located in the Province of Ontario, Canada. She is honoured to be the daughter of Dianne (nee Whiteye) and Philip Snake, a Lenape language teacher and former Chief respectively.
At the age of 18, Kimberly attended Fanshawe College and studied Office Administration; at 42 she returned to school to the University of Guelph to study Horticulture and pursue her interest in plants and weeds.
For over 25 years Kimberly has worked for and with Aboriginal Peoples both in government and in the private sector. She has worked for Indian and Northern Affairs Canada (Federal
Government), the Southern First Nations Secretariat (Tribal Council), the Association of Iroquois & Allied Indians (Political Territorial Organization); and now her own community of the Delaware Nation in the Research Unit.
She is active in her community, volunteering her time and energy for various cultural events. She is a strong advocate for the customs of her people and is part of a women’s group who have created CD’s, in Lenape, of children’s songs and church hymns; created and performed a “Delaware Creation Story” for youth and elders; and crafted a Turkey Bonnet for their Chief. At night (in her spare time) she designs flower and plant patterns which she beads, stopping only to force herself to bed or greet the morning.
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